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Trockener Mund und Psyche: Neurophysiologische Zusammenhänge, klinische Implikationen und probiotische Therapieansätze

Trockener Mund oder Xerostomie, stellt ein häufiges, aber häufig verkanntes Symptom dar, das weit über eine bloße Unannehmlichkeit hinausgeht. Neben einer Vielzahl somatischer Ursachen rückt zunehmend der Einfluss psychischer Faktoren in den Fokus der wissenschaftlichen Betrachtung. Studien zeigen, dass psychosoziale Belastungen nicht nur zur Entstehung von Mundtrockenheit beitragen können, sondern umgekehrt auch durch diese verstärkt werden. Diese bidirektionale Beziehung legt nahe, dass Xerostomie nicht nur als isoliertes Symptom, sondern als möglicher Marker psychosomatischer Dysregulation verstanden werden sollte. Darüber hinaus rückt das orale Mikrobiom, insbesondere probiotische Bakterienstämme wie Streptococcus salivarius M18, in den Fokus der Forschung. Es mehren sich Hinweise darauf, dass mikrobielle Interventionen nicht nur das lokale Gleichgewicht im Mundraum stabilisieren, sondern über immunologische und neurohumorale Mechanismen auch systemische Effekte entfalten können – ein spannendes neues Feld innerhalb der psycho-neuro-immunologischen Forschung.

von Dr. Barbara Hendel
6. April 2025
in News, Allgemein, Mund, orales Mikrobiom, Probiotika
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Trockener Mund

Foto von Marek Studzinski auf Unsplash

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Trockener Mund — Pathophysiologie der Speichelsekretion

Die Spe­ichel­pro­duk­tion wird primär über das autonome Ner­ven­sys­tem reg­uliert. Der parasym­pa­this­che Anteil (über die Nn. glos­sopha­ryn­geus und facialis) stim­uliert die seröse Sekre­tion der großen Spe­ichel­drüsen, ins­beson­dere der Glan­du­la paro­tis und sub­mandibu­laris. Der sym­pa­this­che Ein­fluss hinge­gen hemmt ten­den­ziell die Vol­u­men­pro­duk­tion und verän­dert die Zusam­menset­zung des Spe­ichels in Rich­tung ein­er viskösen, pro­tein­re­icheren Sekre­tion.

Zahlre­iche exo­gene und endo­gene Fak­toren kön­nen dieses fein aus­tari­erte Sys­tem stören. Dazu zählen:

  • Medika­mente: Beson­ders Anti­cholin­ergi­ka, Anti­de­pres­si­va (v. a. trizyk­lis­che), Anti­hy­per­ten­si­va und Anti­his­t­a­mini­ka

  • Sys­temis­che Erkrankun­gen: z. B. Sjö­gren-Syn­drom, Dia­betes mel­li­tus, Mor­bus Parkin­son

  • Hor­monelle Dys­reg­u­la­tio­nen: z. B. Schild­drüsen­funk­tion­sstörun­gen, Menopause

  • Psy­chis­ch­er Stress: Aktivierung der HPA-Achse mit kon­seku­tiv­er Kor­ti­so­lauss­chüt­tung

Psychogene Einflüsse auf die Speichelsekretion

Die Inter­ak­tion zwis­chen psy­chis­ch­er Ver­fas­sung und Spe­ichelfluss ist gut doku­men­tiert. Bere­its klas­sis­che stress­phys­i­ol­o­gis­che Stu­di­en zeigen, dass akute psy­chis­che Belas­tung zu ein­er sig­nifikan­ten Reduk­tion der Spe­ichel­menge führt und so ein trock­en­er Mund entste­ht. Die Aktivierung des sym­pa­tho-adrena­len Sys­tems hemmt nicht nur die Spe­ichelsekre­tion, son­dern verän­dert auch die Zusam­menset­zung des Spe­ichels (pH-Wert, Immun­glob­u­line, Lysozy­mak­tiv­ität).

Darüber hin­aus zeigen funk­tionelle Bildge­bungsstu­di­en, dass emo­tionale Reize kor­tikale und sub­ko­r­tikale Regio­nen aktivieren, die direkt mit dem Hirn­stamm­net­zw­erk der Spe­ichelkon­trolle verknüpft sind. Beson­ders bei Patient:innen mit somato­for­men Störun­gen, Angst­störun­gen oder Depres­sio­nen find­et sich häu­fig eine Hyper­vig­i­lanz gegenüber kör­per­lichen Symp­tomen, die mit ein­er ver­stärk­ten Wahrnehmung oraler Beschw­er­den wie Trock­en­heit, Bren­nen oder Schleimhautspan­nung ein­herge­ht.

Ins­ge­samt ist davon auszuge­hen, dass psy­chis­che Dys­reg­u­la­tio­nen sowohl periph­er (über veg­e­ta­tive Steuerung) als auch zen­tral­nervös (über sen­sorische Ver­ar­beitung) zur Xeros­tomie beitra­gen kön­nen.

Konsequenzen der Xerostomie auf psychischer und somatischer Ebene

Ein chro­nisch trock­en­er Mund hat weitre­ichende Auswirkun­gen:

  • Beein­träch­ti­gung der oralen Funk­tio­nen: Kau‑, Schluck- und Sprach­störun­gen

  • Mundge­sund­heit: Erhöhte Kariesinzi­denz, Gin­givi­tis, Hal­i­to­sis, Can­di­da-Besiedelung

  • Ernährung: Ver­mei­dung bes­timmter Nahrungsmit­tel, Man­gel­ernährung bei älteren Patient:innen

  • Sozialpsy­chol­o­gis­che Effek­te: Rück­zug, Scham, sozialer Stress

Darüber hin­aus kann ein trock­en­er Mund selb­st zu ein­er chro­nis­chen Belas­tung mit psy­chis­chem Krankheitswert wer­den. Viele Patient:innen entwick­eln Äng­ste vor malig­nen Erkrankun­gen, fühlen sich medi­zinisch nicht ernst genom­men oder erleben eine zunehmende Ein­schränkung der Leben­squal­ität.

In der S3-Leitlin­ie „Nich­tor­gan­is­che Schlaf­störun­gen“ wird Xeros­tomie (trock­en­er Mund) bere­its als Begleit­symp­tom von psy­chis­chen Störun­gen erwäh­nt – ein Hin­weis auf die Notwendigkeit inter­diszi­plinär­er Diag­nos­tik und Behand­lung.

Die orale Mikrobiota als systemischer Regulator

Die orale Mikro­bio­ta spielt eine Schlüs­sel­rolle im Immun­sys­tem der Mund­höh­le. Mehr als 700 Bak­te­rien­arten sind bekan­nt, die in einem kom­plex­en Zusam­men­spiel die Schleimhaut­bar­riere sta­bil­isieren, patho­gene Keime in Schach hal­ten und an der lokalen Immu­nant­wort beteiligt sind. Der Spe­ichel dient dabei als Trans­portmedi­um, Puffer und Antimikro­biell-aktive Sub­stanz.

Ein trock­en­er Mund dieses mikro­bi­ol­o­gis­che Gle­ichgewicht zugun­sten oppor­tunis­tis­ch­er und inflam­ma­torisch­er Erreger verän­dern. Dies kann zu ein­er dys­bi­o­tis­chen Mund­flo­ra mit erhöhter Infek­tan­fäl­ligkeit, Entzün­dungsnei­gung und Schleimhaut­lä­sio­nen führen – Fak­toren, die wiederum die Wahrnehmung der Xeros­tomie (trock­en­er Mund) ver­stärken.

Streptococcus salivarius M18 – ein mikrobieller Therapieansatz

Strep­to­coc­cus sali­var­ius M18 ist ein natür­lich­er Bewohn­er des oralen Phar­ynxraumes, der in den let­zten Jahren als oral-pro­bi­o­tis­ch­er Kan­di­dat sys­tem­a­tisch unter­sucht wurde. Der Stamm M18 zeich­net sich durch eine Rei­he gesund­heits­förder­lich­er Eigen­schaften aus:

  • Pro­duk­tion von Bak­te­ri­ozi­nen (Sali­varicine A und B), die patho­gene Strep­tokokken und andere schädliche Keime hem­men

  • Reduk­tion von Gin­givi­tis-assozi­ierten Mark­ern und Verbesserung der Zah­n­fleis­chge­sund­heit

  • Hem­mung von Biofilm­bil­dung durch Strep­to­coc­cus mutans (Kariespro­phy­laxe)

  • Pos­i­tive Bee­in­flus­sung der Spe­ichelkom­po­si­tion – möglicher­weise durch Reduk­tion inflam­ma­torisch­er Stim­uli und Förderung der mukos­alen Homöostase

In Pilot­stu­di­en kon­nte gezeigt wer­den, dass die Gabe von S. sali­var­ius M18 in Form von Lutschtablet­ten zu ein­er sig­nifikan­ten Verbesserung sub­jek­tiv­er Xeros­tomiebeschw­er­den führen kann – ins­beson­dere bei Per­so­n­en mit stres­sas­sozi­iert­er Mundtrock­en­heit oder nach medika­men­tös­er Bee­in­flus­sung der Spe­ichel­pro­duk­tion.

Ein möglich­er zusät­zlich­er Wirk­mech­a­nis­mus liegt in der neu­roim­mu­nol­o­gis­chen Mod­u­la­tion, d. h. der Inter­ak­tion des Mikro­bio­ms mit dem enter­ischen und zen­tralen Ner­ven­sys­tem. Es wird ver­mutet, dass bes­timmte pro­bi­o­tis­che Stämme über Zytok­in­mod­u­la­tion, Neu­ro­trans­mit­ter­pro­duk­tion (z. B. GABA) oder Vagus­nerv-Aktivierung Ein­fluss auf emo­tionale Zustände nehmen kön­nen – ein Konzept, das unter dem Begriff „psy­chobi­otics“ derzeit inten­siv erforscht wird.

Therapeutische Konsequenzen und Empfehlungen

Ein umfassender Behand­lungsansatz bei Xeros­tomie (trock­en­er Mund) mit psy­chis­ch­er Kom­po­nente sollte mul­ti­modal aus­gerichtet sein:

  • Medika­men­töse Über­prü­fung: Reduk­tion oder Umstel­lung xero­gen­er Medika­mente

  • Psy­chother­a­peutis­che Inter­ven­tion: z. B. kog­ni­tive Ver­hal­tens­ther­a­pie bei Angst­störun­gen, Entspan­nung­stech­niken

  • Mund­hy­giene und lokale Maß­nah­men: Spe­ichel­er­satzprä­parate, hydrophile Mund­spülun­gen, Zun­genpflege

  • Pro­bi­o­tis­che Sup­ple­men­tierung: Ein­satz von S. sali­var­ius M18 zur Sta­bil­isierung der oralen Mikro­bio­ta

  • Ernährungsmedi­zinis­che Beratung: aus­re­ichende Flüs­sigkeit­szu­fuhr, Ver­mei­dung reizen­der Sub­stanzen

  • Psy­choe­duka­tion: Aufk­lärung über den Zusam­men­hang zwis­chen Psy­che und Spe­ichelfluss zur Reduk­tion krankheits­be­zo­gen­er Äng­ste

Fazit

Trock­en­er Mund bzw. Xeros­tomie ist ein vielschichtiges Beschw­erde­bild, das als Schnittstelle zwis­chen neu­rol­o­gis­ch­er, immu­nol­o­gis­ch­er und psy­chis­ch­er Reg­u­la­tion ver­standen wer­den muss. Die enge Verbindung zwis­chen Psy­che und Spe­ichel­pro­duk­tion erfordert eine dif­feren­zierte, biopsy­chosoziale Diag­nos­tik sowie indi­vid­u­al­isierte Behand­lungsstrate­gien.

Die pro­bi­o­tis­che Inter­ven­tion mit Strep­to­coc­cus sali­var­ius M18 stellt einen vielver­sprechen­den, neben­wirkungsar­men Ansatz dar, der nicht nur lokal im Mundraum, son­dern poten­ziell auch sys­temisch über die Mikro­bio­ta-Neu­rokom­mu­nika­tion wirken kann.

Zukün­ftige Stu­di­en sind notwendig, um die genauen neu­ro­phys­i­ol­o­gis­chen Mech­a­nis­men zu klären und die Evi­denzba­sis für diese Form der Mikro­bio­mther­a­pie zu erweit­ern. Schon heute jedoch bietet der gezielte Ein­satz oraler Pro­bi­oti­ka eine inter­es­sante Ergänzung zu etablierten ther­a­peutis­chen Ver­fahren – an der Schnittstelle zwis­chen Zah­n­medi­zin, Psy­cho­so­matik und Mikro­bio­m­forschung.

trockener Mund

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Die Beiträge wurden anhand neuester Forschungsergebnisse verfasst. Bitte beachten Sie, dass diese nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet sind und keinen Besuch beim Arzt ersetzen können. Wir empfehlen deshalb ausdrücklich, jede Maßnahme in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt zu planen.

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