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Unser Immunsystem — Grosse Vielfalt ist der Schlüssel

Das Immunsystem ist wie eine gut organisierte Armee, bereit, den Körper vor Eindringlingen zu schützen. Es besteht aus verschiedenen Komponenten, die zusammenarbeiten, um Infektionen abzuwehren. Ein früher Kontakt mit einer hohen Vielfalt an Mikroorganismen ist wichtig für die Entwicklung eines gut funktionierenden Immunsystems.

von Dr. Barbara Hendel
19. Februar 2024
in Immunsystem
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Immunsystem

Foto von Zan auf Unsplash

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Wichtige Komponenten des Immunsystems

Das Immun­sys­tem kann in ange­borene und erwor­bene Immu­nität unterteilt wer­den. Die ange­borene Immu­nität ist all­ge­mein und sofort ver­füg­bar, während die erwor­bene Immu­nität spez­i­fisch auf bes­timmte Erreger reagiert und Gedächt­niszellen bildet.

Es gibt wichtige Kom­po­nen­ten im Kör­p­er, die die Immu­nant­wort steuern:

  • Leukozyten: Diese Zellen sind die Sol­dat­en und durch­streifen den Kör­p­er, um nach Ein­drin­glin­gen zu suchen. Es gibt ver­schiedene Arten von Leukozyten, darunter Gran­u­lozyten, Lym­phozyten und Monozyten.
  • Lym­phgewebe und Organe: Lym­ph­knoten, die Milz, die Man­deln und der Thy­mus sind Teile des lym­phatis­chen Sys­tems, das Immun­zellen beherbergt und aktiviert. Hier wer­den auch Antikör­p­er pro­duziert.
  • Antikör­p­er: Diese Y‑förmigen Pro­teine wer­den von spezial­isierten Zellen pro­duziert und greifen gezielt Krankheit­ser­reger an. Sie markieren Ein­drin­glinge für die Zer­störung durch andere Immun­zellen.
  • Kom­ple­mentsys­tem: Das Kom­ple­mentsys­tem beste­ht aus mehr als 30 im Blut zirkulieren­den Pro­teinen, die mit Antikör­pern zusam­me­nar­beit­en, um Ein­drin­glinge zu zer­stören und Entzün­dun­gen zu fördern.

Diese Kom­po­nen­ten arbeit­en zusam­men, um den Kör­p­er vor Viren, Bak­te­rien, Pilzen und anderen schädlichen Sub­stanzen zu schützen. Es ist ein faszinieren­des Zusam­men­spiel von Zellen und Molekülen, das unseren Kör­p­er gesund hält.

Entwicklung des Immunsystems im Leben

Die Entwick­lung der Immu­nant­wort ist ein kom­plex­er Prozess, der während der embry­onalen Phase begin­nt und sich nach der Geburt fort­set­zt. Hier ist eine grobe Über­sicht über die wichtig­sten Etap­pen dieser Entwick­lung:

1. Prä­na­tale Phase:

Embry­onale Phase: In den frühen Sta­di­en der Embry­ona­len­twick­lung bilden sich die grundle­gen­den Struk­turen der Immu­nant­wort. Hier wer­den hämatopo­et­is­che Stam­mzellen gebildet, aus denen sich alle Blutzellen, ein­schließlich Immun­zellen, entwick­eln.

Fetale Phase: Das sich entwick­el­nde Immun­sys­tem begin­nt, erste Immun­zellen zu pro­duzieren, aber die Fähigkeit zur Immu­nant­wort ist noch begren­zt. Der Fötus wird während dieser Phase vom müt­ter­lichen Immun­sys­tem geschützt.

2. Geburt und Frühkindliche Phase:

Geburt: Der Kon­takt des Neuge­bore­nen mit der Außen­welt ist der entschei­dende Start­punkt für die Immunen­twick­lung. Während der Geburt und in den ersten Tagen danach wird das Baby mit Bak­te­rien und Mikroor­gan­is­men aus der Umge­bung in Kon­takt gebracht.

Kolostrum und Mut­ter­milch: Die Mut­ter­milch enthält Antikör­p­er, Enzyme und andere Immun­stoffe, die die pas­sive Immunab­wehr des Säuglings stärken. Diese Bestandteile unter­stützen die Entwick­lung des Immu­nant­wort und schützen das Kind vor Infek­tio­nen.

3. Säuglings- und Kleinkin­dal­ter:

Thy­musen­twick­lung: Der Thy­mus, ein Organ, das für die Rei­fung von T‑Lymphozyten ver­ant­wortlich ist, erre­icht seine max­i­male Größe in der Kind­heit. T‑Lymphozyten spie­len eine entschei­dende Rolle in der zel­lulären Immu­nant­wort.

Erwerb eines Immungedächt­niss­es: Der Kör­p­er begin­nt, ein Immungedächt­nis zu entwick­eln. Das bedeutet, dass es nach der Expo­si­tion gegenüber bes­timmten Krankheit­ser­regern in der Lage ist, schneller und effek­tiv­er darauf zu reagieren.

4. Kind­heit und Jugend:

Anpas­sung an Umweltanti­gene: Die Immu­nant­wort passt sich ständig an die Vielzahl von Umweltanti­ge­nen an, denen das Kind aus­ge­set­zt ist. Dies trägt zur Aus­prä­gung der ange­bore­nen und erwor­be­nen Immu­nität bei.

Pubertät: Hor­monelle Verän­derun­gen während der Pubertät kön­nen die Immu­nant­wort bee­in­flussen, ins­beson­dere in Bezug auf Geschlecht­sun­ter­schiede.

5. Erwach­se­nenal­ter:

Sta­bil­isierung und Opti­mierung: Die Immunab­wehr sta­bil­isiert sich im Erwach­se­nenal­ter und opti­miert seine Funk­tio­nen. Die Immunab­wehr bleibt lebenslang aktiv, um den Kör­p­er vor Infek­tio­nen zu schützen.

Es ist wichtig zu beacht­en, dass die Inter­ak­tion mit ver­schiede­nen Umwelt­fak­toren und die Expo­si­tion gegenüber Krankheit­ser­regern entschei­dend für die Entwick­lung ein­er starken und funk­tions­fähi­gen Immunab­wehr sind. Ein gesun­der Lebensstil, aus­ge­wo­gene Ernährung und angemessene Hygiene tra­gen zur Förderung der Immunen­twick­lung bei.

Das Immunsystem und spezifische Krankheiten

Das Immun­sys­tem spielt eine entschei­dende Rolle bei der Abwehr von Infek­tio­nen und anderen Krankheit­en. Krankheit­en, die direkt mit der Immunab­wehr zusam­men­hän­gen, kön­nen in ver­schiedene Kat­e­gorien unterteilt wer­den:

  • Immun­man­gel­erkrankun­gen: Hierzu gehören Krankheit­en, bei denen die Immunab­wehr nicht ord­nungs­gemäß funk­tion­iert, entwed­er auf­grund genetis­ch­er Defek­te oder ander­er Fak­toren. Beispiele sind die primäre Immunde­fizienz, bei der das Immunab­wehr von Geburt an geschwächt ist, oder erwor­bene Immunde­fizien­zen, die durch Medika­mente, Krankheit­en oder andere Ursachen verur­sacht wer­den kön­nen.
  • Autoim­munerkrankun­gen: Autoim­munerkrankun­gen entste­hen, wenn das Immun­sys­tem fälschlicher­weise kör­pereigene Zellen und Gewebe als Bedro­hung betra­chtet und sie angreift. Beispiele sind rheuma­toide Arthri­tis, Lupus, Typ-1-Dia­betes und Mul­ti­ple Sklerose.
  • Allergien: Allergien sind eine Über­reak­tion der Immunab­wehr auf nor­maler­weise harm­lose Sub­stanzen. Diese kön­nen Atemwegsal­lergien wie Heuschnupfen, Nahrungsmit­te­lal­lergien oder Hau­tal­lergien umfassen.
  • Entzündliche Erkrankun­gen: Entzündliche Erkrankun­gen wer­den durch eine über­mäßige Immu­nant­wort und chro­nis­che Entzün­dung verur­sacht. Beispiele sind Mor­bus Crohn, Col­i­tis ulcerosa und Rheuma­toide Arthri­tis.
  • Kreb­serkrankun­gen: Das Immun­sys­tem spielt eine Rolle bei der Überwachung und Bekämp­fung von Kreb­szellen. Ein geschwächte Immunab­wehr kann das Kreb­srisiko erhöhen. Einige Kreb­sarten, wie Leukämie und Lym­phome, betr­e­f­fen direkt die Immunab­wehr.
  • HIV/AIDS: Das Humane Immunde­fizien­zvirus (HIV) infiziert und schädigt speziell die Immun­zellen, ins­beson­dere die CD4-T-Zellen. Unbe­han­delt kann dies zu ein­er geschwächt­en Immunab­wehr führen, was als AIDS (Acquired Immun­od­e­fi­cien­cy Syn­drome) beze­ich­net wird.
  • Immunreak­tio­nen bei Organtrans­plan­ta­tio­nen: Die Immunab­wehr kann auch eine Rolle bei Organtrans­plan­ta­tio­nen spie­len, indem es ver­sucht, das trans­plantierte Organ abzus­toßen. Daher wer­den oft Immun­sup­pres­si­va ver­wen­det, um diese Reak­tion zu unter­drück­en.

Es ist wichtig zu ver­ste­hen, dass das die Immunab­wehr in vie­len Aspek­ten an der Entste­hung, dem Ver­lauf und der Behand­lung ver­schieden­er Krankheit­en beteiligt ist. Ein aus­ge­wo­gene Immunab­wehr ist entschei­dend für die Gesund­heit und den Schutz vor Infek­tio­nen, während Dys­funk­tio­nen zu ver­schiede­nen pathol­o­gis­chen Zustän­den führen kön­nen.

Das Immunsystem und das Mikrobiom des Darms

Das Mikro­biom des Darms spielt eine entschei­dende Rolle bei der Reg­ulierung und Unter­stützung des Immun­sys­tems. Hier sind einige wichtige Aspek­te dieses Zusam­men­hangs:

  • Gegen­seit­ige Abhängigkeit: Die Immunab­wehr und das Dar­m­mikro­biom haben eine wech­sel­seit­ige Beziehung. Unsere Immunab­wehr bee­in­flusst die Zusam­menset­zung des Mikro­bio­ms, während das Mikro­biom wiederum das Immun­sys­tem formt und reg­uliert.
  • Schutz vor Krankheit­ser­regern: Das Mikro­biom des Darms wirkt als Bar­riere gegen schädliche Krankheit­ser­reger, indem es ihnen den Leben­sraum und Nährstoffe entzieht. Gle­ichzeit­ig aktiviert und steuert es die Immunab­wehr, um auf poten­ziell gefährliche Ein­drin­glinge zu reagieren.
  • Immunreg­u­la­tion: Das Mikro­biom hil­ft, das Gle­ichgewicht des Immun­sys­tems aufrechtzuer­hal­ten, indem es die Aktiv­ität von Immun­zellen reg­uliert. Ein aus­ge­wo­genes Mikro­biom fördert eine angemessene Immu­nant­wort, während ein Ungle­ichgewicht mit Entzün­dun­gen und Immunreak­tio­nen in Verbindung gebracht wer­den kann.
  • Förderung der Immuntol­er­anz: Das Mikro­biom trägt zur Entwick­lung von Immuntol­er­anz bei, indem es die Immu­nant­wort steuert und zwis­chen schädlichen und harm­losen Sub­stanzen zu unter­schei­den. Dies ist wichtig, um Autoim­munerkrankun­gen zu ver­hin­dern.
  • Pro­duk­tion von Metabo­liten: Die Bak­te­rien im Darm pro­duzieren Metabo­liten, die die Immu­nant­wort bee­in­flussen kön­nen. Zum Beispiel kön­nen kurzket­tige Fettsäuren, die von bes­timmten Darm­bak­te­rien pro­duziert wer­den, die Funk­tion von Immun­zellen mod­ulieren.
  • Ein­fluss auf Immu­nant­worten in anderen Teilen des Kör­pers: Das Dar­m­mikro­biom kann nicht nur die lokale Immu­nant­wort bee­in­flussen, son­dern auch ent­fer­nte Immunreak­tio­nen in anderen Geweben und Orga­nen. Dies wird als Darm-Lun­gen-Achse, Darm-Haut-Achse oder Darm-Hirn-Achse beze­ich­net.

Ein gesun­des und aus­ge­wo­genes Mikro­biom ist daher entschei­dend für die Aufrechter­hal­tung eines gut funk­tion­ieren­den Immun­sys­tems und trägt zur Gesund­heit des gesamten Organ­is­mus bei. Ernährung, Antibi­otikaein­satz und Umwelt­fak­toren kön­nen das Gle­ichgewicht im Mikro­biom bee­in­flussen und damit auch die Immun­funk­tion.

Früher Kontakt zu einer vielfältigen Umwelt ist der Schlüssel!

Ein früher Kon­takt mit ein­er hohen Vielzahl an Mikroor­gan­is­men spielt eine entschei­dende Rolle bei der Entwick­lung und Aus­bil­dung des Immun­sys­tems. Stu­di­en wie die soge­nan­nte Par­si­fal Studie, zeigen beispiel­sweise, dass Kinder, die in ländlichen Regio­nen aufwach­sen — also häu­figer in Kon­takt kom­men mit ein­er hohen Vielfalt an Mikroor­gan­is­men — sel­tener an Allergien lei­den. Hier sind einige wichtige Aspek­te bezüglich des Zusam­men­hangs mit einem frühen Kon­takt mit ein­er möglichst hohen Vielfalt an Mikroor­gan­is­men und der Aus­bil­dung ein­er funk­tion­ieren­den Immu­nant­wort:

  • Immun­sys­tem­train­ing: Frühe Expo­si­tion gegenüber Bak­te­rien hil­ft dem Immun­sys­tem, sich effek­tiv­er zu entwick­eln und zu trainieren. Der Kon­takt mit Mikroor­gan­is­men fördert die Rei­fung von Immun­zellen und deren Fähigkeit, auf Ein­drin­glinge zu reagieren.
  • Auf­bau der Dar­m­mikro­bio­ta: Der Darm ist eine wichtige Schnittstelle zwis­chen dem Kör­p­er und der äußeren Umwelt. Ein früher Kon­takt mit Bak­te­rien, ins­beson­dere während der Geburt und in den ersten Leben­s­jahren, trägt zur Bil­dung ein­er gesun­den Dar­m­mikro­bio­ta bei. Eine aus­ge­wo­gene Darm­flo­ra ist entschei­dend für die Reg­u­la­tion der Immu­nant­wort und die Ver­hin­derung von Allergien und Autoim­munerkrankun­gen.
  • Förderung der Immuntol­er­anz: Frühe Expo­si­tion gegenüber Bak­te­rien hil­ft auch bei der Entwick­lung von Immuntol­er­anz. Die Immunab­wehr lernt, zwis­chen harm­losen Sub­stanzen und poten­ziellen Krankheit­ser­regern zu unter­schei­den, um über­mäßige Reak­tio­nen auf unschädliche Stim­uli zu ver­hin­dern.
  • Aus­bil­dung der Immu­nant­wort während der Schwanger­schaft und Geburt: Der Kon­takt des Neuge­bore­nen mit Bak­te­rien während der Geburt, ins­beson­dere im Geburt­skanal der Mut­ter, trägt zur Über­tra­gung von wichti­gen Mikroor­gan­is­men auf das Baby bei. Dieser frühzeit­ige Kon­takt unter­stützt die Entwick­lung eines funk­tions­fähi­gen Immun­sys­tems.
  • Schaf­fung eines gesun­den Immunökosys­tems: Ein früher Kon­takt mit Bak­te­rien fördert die Entwick­lung eines aus­ge­wo­ge­nen Immunökosys­tems, in dem ver­schiedene Immun­zellen, Sig­nal­wege und Moleküle miteinan­der inter­agieren. Dies ist entschei­dend für eine effek­tive Abwehr von Krankheit­ser­regern.
  • Ver­min­derung des Risikos von Allergien und Autoim­munerkrankun­gen: Eine angemessene Expo­si­tion gegenüber Bak­te­rien in der frühen Kind­heit kann das Risiko von Allergien und Autoim­munerkrankun­gen reduzieren. Ein zu sauberes Umfeld ohne aus­re­ichen­den Kon­takt mit Mikroor­gan­is­men kann die Immunab­wehr fehlleit­en und zu über­mäßi­gen Reak­tio­nen führen.

Es ist wichtig zu beto­nen, dass ein aus­ge­wo­gen­er Ansatz notwendig ist. Während ein gewiss­er Kon­takt mit Bak­te­rien für die Immunen­twick­lung wichtig ist, ist über­mäßige oder unkon­trol­lierte Expo­si­tion gegenüber Krankheit­ser­regern schädlich. Ein aus­ge­wo­genes Umfeld, hygien­is­che Prak­tiken und eine gesunde Lebensweise tra­gen dazu bei, dass das Immun­sys­tem angemessen auf Her­aus­forderun­gen reagieren kann.

Allergien und das Immunsystem

Allergien sind eine unangemessene Reak­tion des Immun­sys­tems auf nor­maler­weise harm­lose Sub­stanzen, die als Aller­gene beze­ich­net wer­den. Dabei beste­ht ein Zusam­men­hang zwis­chen ein­er gut funk­tion­ieren­den Immunab­wehr und der Entste­hung von Allergien. Hier sind einige Aspek­te, wie Allergien und das Immun­sys­tem zusam­men­hän­gen:

  • Sen­si­bil­isierung: Bei Men­schen mit Allergien reagiert die Immunab­wehr überempfind­lich auf bes­timmte Aller­gene wie Pollen, Hausstaub­mil­ben, Tier­haare oder Nahrungsmit­tel­pro­teine. Bei der ersten Expo­si­tion kommt es zu ein­er Sen­si­bil­isierung. Die Immunab­wehr erken­nt das Aller­gen fälschlicher­weise als Bedro­hung und pro­duziert spez­i­fis­che Antikör­p­er, haupt­säch­lich Immun­glob­u­lin E (IgE).
  • Wieder­holte Expo­si­tion: Bei wieder­holter Expo­si­tion gegenüber dem Aller­gen verbinden sich die IgE-Antikör­p­er mit soge­nan­nten Mastzellen und basophilen Gran­u­lozyten, die im Gewebe vorhan­den sind, ins­beson­dere in der Haut, den Atemwe­gen und im Magen-Darm-Trakt.
  • Freiset­zung von Entzün­dungs­me­di­a­toren: Bei erneutem Kon­takt mit dem Aller­gen verbindet sich dieses mit den IgE-Antikör­pern auf den Mastzellen und basophilen Gran­u­lozyten. Dies führt zur Freiset­zung von Entzün­dungs­me­di­a­toren, wie beispiel­sweise His­t­a­min, aus den Zellen.
  • Entzün­dungsreak­tion: Die freige­set­zten Entzün­dungs­me­di­a­toren lösen eine Entzün­dungsreak­tion aus, die die charak­ter­is­tis­chen Symp­tome ein­er Allergie verur­sacht. Dazu gehören Hau­tauss­chläge, Juck­reiz, Schwellun­gen, laufende Nase, Niesen, Atem­not oder Magen-Darm-Beschw­er­den, je nach­dem, welch­es Gewebe betrof­fen ist.
  • Sofort­typ-Allergien und verzögerte Reak­tio­nen: Allergien kön­nen in Sofort­typ-Allergien und verzögerte Reak­tio­nen unterteilt wer­den. Sofort­typ-Allergien, wie Heuschnupfen oder Lebens­mit­te­lal­lergien, treten inner­halb kurz­er Zeit nach dem Kon­takt mit dem Aller­gen auf. Verzögerte Reak­tio­nen kön­nen Stun­den bis Tage nach der Expo­si­tion auftreten und sind typ­isch für bes­timmte Hauterkrankun­gen, wie aller­gis­che Kon­tak­tekzeme.
  • Immu­nant­wort bei Allergien: Bei Allergien han­delt es sich um eine Fehlreg­u­la­tion der Immu­nant­wort. Statt schädliche Erreger zu bekämpfen, reagiert die Immunab­wehr über­mäßig auf eigentlich harm­lose Sub­stanzen. Diese unangemessene Immu­nant­wort ist für die aller­gis­chen Symp­tome ver­ant­wortlich.
  • Genetis­che Ver­an­la­gung und Umwelt­fak­toren: Die Nei­gung zu Allergien kann genetisch bed­ingt sein, und Umwelt­fak­toren wie Expo­si­tion gegenüber Aller­ge­nen in der Kind­heit kön­nen das Risiko bee­in­flussen. Ein kom­plex­es Zusam­men­spiel von genetis­chen und Umwelt­fak­toren trägt zur Entste­hung von Allergien bei.

Die Behand­lung von Allergien umfasst oft die Ver­mei­dung von Aller­ge­nen, Medika­mente zur Lin­derung von Symp­tomen und in eini­gen Fällen Immunther­a­pi­en, die darauf abzie­len, die über­schiessende Reak­tion der Immunab­wehr zu mod­ulieren.

Probiotika und das Immunsystem

Die gesund­heits­fördernde Wirkun­gen von Pro­bi­oti­ka beruht auch auf ihrem Ein­fluss auf die Immunab­wehr. Über­sicht­sar­beit­en zu Pro­bi­oti­ka und dem Immun­sys­tem zeigen, dass viele pro­bi­o­tis­che Stämme in der Lage sind, die Immunab­wehr pos­i­tiv zu bee­in­flussen (1, 2, 3)

Hier sind einige Wege, wie Pro­bi­oti­ka das Immun­sys­tem bee­in­flussen kön­nen:

  • Reg­u­la­tion der Darm­flo­ra: Pro­bi­oti­ka, ins­beson­dere bes­timmte Stämme von Milch­säure­bak­te­rien und Bifi­dobak­te­rien, kön­nen das Gle­ichgewicht der Dar­m­mikro­bio­ta unter­stützen. Eine aus­ge­wo­gene Darm­flo­ra ist entschei­dend für die Aufrechter­hal­tung ein­er gesun­den Immun­funk­tion.
  • Stärkung der Schleimhaut­bar­riere: Pro­bi­oti­ka fördern die Integrität der Darm­bar­riere, indem sie die Pro­duk­tion von Schleim und anderen schützen­den Fak­toren unter­stützen. Eine intak­te Schleimhaut­bar­riere ist wichtig, um das Ein­drin­gen von Krankheit­ser­regern zu ver­hin­dern.
  • Mod­u­la­tion der Immu­nant­wort: Pro­bi­oti­ka kön­nen die Aktiv­ität von Immun­zellen, wie zum Beispiel Makropha­gen und natür­lichen Killerzellen, mod­ulieren. Sie bee­in­flussen auch die Pro­duk­tion von entzün­dung­shem­menden oder immunreg­ulieren­den Molekülen.
  • Erhöhung der Antikör­per­pro­duk­tion: Pro­bi­oti­ka kön­nen die Pro­duk­tion von Antikör­pern, ins­beson­dere IgA, stim­ulieren. IgA spielt eine Schlüs­sel­rolle bei der Abwehr von Krankheit­ser­regern an den Schleimhäuten, ein­schließlich des Darms.
  • Hem­mung patho­gen­er Mikroor­gan­is­men: Pro­bi­oti­ka konkur­ri­eren mit schädlichen Bak­te­rien um Leben­sraum und Nährstoffe im Darm. Durch diese Konkur­renz kön­nen sie das Wach­s­tum von patho­genen Mikroor­gan­is­men hem­men.
  • Verbesserung der Immu­nant­wort auf Imp­fun­gen: Es gibt Hin­weise darauf, dass die Ein­nahme von Pro­bi­oti­ka die Wirk­samkeit von Imp­fun­gen verbessern kann, indem sie die Immu­nant­wort ver­stärken.
  • Reduk­tion von Entzün­dun­gen: Einige Pro­bi­oti­ka kön­nen entzün­dung­shem­mende Eigen­schaften haben und helfen, über­mäßige Entzün­dungsreak­tio­nen zu reg­ulieren. Dies kann wichtig sein, um chro­nis­che Entzün­dun­gen zu ver­hin­dern oder zu reduzieren.

Es ist jedoch wichtig zu beacht­en, dass die unter­stützende Wirkun­gen von Pro­bi­oti­ka auf die Immunab­wehrstark von der Art des ver­wen­de­ten Stammes, der Dosis und der indi­vidu­ellen Reak­tion des Kör­pers abhän­gen.

Probiotische Stämme, die das Immunsystem positiv beeinflussen können

Es gibt ver­schiedene Pro­bi­oti­ka, die das Immun­sys­tem pos­i­tiv bee­in­flussen kön­nen. Die Wirkun­gen kön­nen jedoch von Per­son zu Per­son vari­ieren, da die Reak­tion des Immun­sys­tems indi­vidu­ell ist.

Hier sind einige Pro­bi­oti­ka, die für ihre poten­ziellen immun­mod­u­la­torischen Eigen­schaften bekan­nt sind:

  • Lac­to­bacil­lus aci­dophilus: Dieser Bak­teri­um ist in vie­len fer­men­tierten Milch­pro­duk­ten wie Joghurt vorhan­den. Er wird oft mit der Förderung ein­er gesun­den Darm­flo­ra und der Mod­u­la­tion des Immun­sys­tems in Verbindung gebracht (4).
  • Bifi­dobac­teri­um bifidum: Bifi­dobak­te­rien sind natür­liche Bewohn­er des men­schlichen Darms. Bifi­dobac­teri­um bifidum wird mit der Unter­stützung der Dar­mge­sund­heit und der Stärkung des Immun­sys­tems in Verbindung gebracht (5).
  • Lac­to­bacil­lus rham­no­sus: Dieses Bak­teri­um ist bekan­nt für seine Fähigkeit, die Immu­nant­wort zu mod­ulieren. Er wird oft zur Präven­tion von Atemwegsin­fek­tio­nen und Allergien einge­set­zt (6).
  • Bifi­dobac­teri­um longum: Ein weit­er­er Bifi­dobak­te­rien­stamm, der als förder­lich für die Dar­mge­sund­heit und die Immun­mod­u­la­tion betra­chtet wird. Er soll auch Entzün­dun­gen reduzieren kön­nen (7).
  • Sac­cha­romyces boulardii: Obwohl tech­nisch kein Bak­teri­um, son­dern eine Hefe, wird Sac­cha­romyces boulardii oft als Pro­bi­otikum ver­wen­det. Es wird mit der Unter­stützung der Dar­mge­sund­heit und der Vor­beu­gung von Durch­fall in Verbindung gebracht (8).
  • Lac­to­bacil­lus casei: Lac­to­bacil­lus casei wurde schon bezüglich sein­er immun­mod­u­la­torischen Eigen­schaften unter­sucht und kann dazu beitra­gen, die Aktiv­ität von Immun­zellen zu reg­ulieren (9).
  • Strep­to­coc­cus sali­var­ius: Dieses Bak­teri­um ist in der Lage, die orale Immu­nant­wort zu stim­ulieren und so vor Infek­ten der oberen Atemwege zu schützen (10). Auch kann Strep­to­coc­cus sali­var­ius Entzün­dun­gen im Mund wirkungsvoll eindäm­men.
  • Lac­to­bacil­lus para­ca­sei: Dieses Pro­bi­otikum ist unter anderem für seine immun­mod­ulieren­den Eigen­schaften bekan­nt und wird daher häu­fig für die Lin­derung von aller­gis­chen Beschw­er­den einge­set­zt (11).

Es ist wichtig zu beacht­en, dass die Wirkun­gen von Pro­bi­oti­ka stark von der spez­i­fis­chen Bak­te­rien­art und dem Stamm abhän­gen kön­nen.

Probiotika können helfen!

Das Immun­sys­tem schützt den Kör­p­er vor Ein­drin­glin­gen. Es beste­ht aus ver­schiede­nen Kom­po­nen­ten, die zusam­me­nar­beit­en, um Infek­tio­nen abzuwehren. Im Laufe des Lebens muss sich ein Grossteil der Immunab­wehr erst ein­mal entwick­eln. In diesem Zusam­men­hang ist ein früher Kon­takt mit ein­er hohen Vielfalt an Mikroor­gan­is­men wichtig für die Entwick­lung ein­er gut funk­tion­ieren­den Immunab­wehr. Das Mikro­biom des Darm spielt eine wesentliche Rlle für eine funk­tion­ierende Immunab­wehr. Pro­bi­oti­ka ver­fü­gen über wirkungsvolle Mech­a­nis­men um die Immu­nant­wort zu stim­ulieren und das Immun­sys­tem in eine Bal­ance zu brin­gen.

Lit­er­atur

(1) Mazz­iot­ta et al. Cells 2023 Jan; 12(1): 184.

(2) Tho­da and Toura­ki Appl Sci 2023 13(8): 4726.

(3) Liu et al. Nutri­ents 2018 Oct; 10(10): 1537

(4) Vemuri et al. Nutri­ents 2022 Mar; 14(5): 977.

(5) O’ Callaghan et al. Front Micro­bi­ol. 2016; 7: 925.

(6) Liu et al. Indi­an Pedi­atr 2013 Apr;50(4): 377–81.

(7) Wong et al. Jor­nal of Func­tion­al Foods 2019 54: 506–519.

(8) Kele­sidis Ther­ap Adv Gas­troen­terol 2012 Mar; 5(2): 111–125.

(9) Caldeano and Perdigon Clin Vac­cine Immunol 2006 Feb; 13(2): 219–226.

(10) Bertuc­ci­oli et al. Front Immunol. 2023; 14: 1129060

(11) Yan et al. N Am J Med Sci. 2013 Aug; 5(8): 465–468.

Immunsystem

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Die Pollenallergie, auch als Heuschnupfen oder allergische Rhinitis bekannt, ist eine der häufigsten allergischen Reaktionen weltweit. Sie betrifft Millionen...

von Dr. Barbara Hendel
5. Juli 2024
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Abnehmen mit Probiotika? Wir nehmen ein spannendes Forschungsfeld mal genauer unter die Lupe

Probiotic Health Institute

Das Probiotic Health Institute befasst sich mit der Erforschung der positiven Wirkung von Probiotika. Wir veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Informationen und Artikel zu Probiotika, deren Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten.
Wir erteilen jedoch keine medizinischen Ratschläge, stellen keine Diagnose und behandeln nicht.

Die Beiträge wurden anhand neuester Forschungsergebnisse verfasst. Bitte beachten Sie, dass diese nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet sind und keinen Besuch beim Arzt ersetzen können. Wir empfehlen deshalb ausdrücklich, jede Maßnahme in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt zu planen.

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